Hitzewelle im Haus: Welche Räume nachts kühlen
Wenn die Temperaturen tagelang über dreißig Grad bleiben, kühlt sich das Haus nachts nicht mehr richtig aus. Wer die Physik dahinter versteht, kann gezielt gegensteuern. Entscheidend sind drei Faktoren: die Ausrichtung der Räume, ihre Baumasse und die Menge an Wärme, die tagsüber durch Fenster und Wände eindringt. Räume mit großen Fenstern nach Westen heizen sich am stärksten auf, weil sie die gebündelte Nachmittagssonne abbekommen. Nord- und ostorientierte Zimmer bleiben dagegen deutlich kühler, besonders wenn sie morgens nur kurz direktes Licht erhalten.
Die nächtliche Abkühlung funktioniert nur, wenn die warme Luft tatsächlich entweichen kann. Wer abends alle Fenster schließt, sperrt die gespeicherte Wärme ein und darf sich nicht wundern, wenn das Schlafzimmer morgens noch stickig ist. Sinnvoll ist Querlüftung: mindestens zwei gegenüberliegende Fenster weit öffnen, sobald die Außentemperatur unter die Innentemperatur fällt – meist zwischen 22 und 6 Uhr. Wer sein Schlafzimmer im Sommer kühl halten möchte, sollte zusätzlich auf die richtige Bettwäsche und eine konsequente Verschattung am Tag achten, denn beides entscheidet darüber, wie viel Wärme der Raum überhaupt aufnimmt.
Nicht jeder Raum gibt seine Wärme gleich schnell wieder ab. Massive Bauteile wie Betondecken, gemauerte Innenwände und schwere Möbel wirken als Wärmespeicher: Sie nehmen tagsüber Energie auf und strahlen sie nachts langsam wieder ab. Ein Zimmer unter dem ungedämmten Dachgeschoss oder über einem beheizten Raum kühlt deshalb kaum aus. Leichte Trennwände aus Rigips, offene Treppenhäuser und Räume mit wenig Mobiliar geben die Wärme dagegen schneller an die Nachtluft ab. Wer eine Wahl hat, sollte in der Hitzeperiode im Nordzimmer oder im Keller schlafen, nicht im ausgebauten Dachgeschoss.
Für den Rest des Hauses gilt: Tagsüber Fenster schließen, Rollläden herunterlassen und nur morgens kurz lüften. Nachts dann alle Öffnungen nutzen, die Durchzug erzeugen. Ventilatoren verstärken den Effekt, ersetzen aber keine echte Abkühlung. Wer die Wärmespeicher im Blick behält und die kühlen Räume gezielt nutzt, kommt auch durch eine längere Hitzewelle ohne klimatisierte Räume vergleichsweise gut zurecht.