Schlafzimmer morgens richtig lüften: Feuchtigkeit raus
Wer morgens das Bett verlässt, sollte nicht sofort die Decke straff ziehen. Die Matratze und die Bettwäsche haben über Nacht erhebliche Mengen Feuchtigkeit aufgenommen. Ein erwachsener Mensch gibt im Schlaf je nach Raumtemperatur und Stoffwechsel zwischen 0,5 und 1 Liter Wasser über Haut und Atemwege ab. Ein Teil davon landet direkt im Bettzeug, ein anderer Teil in der Raumluft. Wird diese Feuchtigkeit nicht abgeführt, bleibt sie im Schlafzimmer und verteilt sich auf Polster, Matratzenkern und Textilien. Die Folge sind ein muffiger Geruch, ein kühles Schlafgefühl beim Zubettgehen und auf Dauer ein erhöhtes Risiko für Schimmelbildung an Außenwänden und in Ecken.
Die wirksamste Gegenmaßnahme ist das sogenannte Stoßlüften. Dabei werden für fünf bis zehn Minuten alle Fenster im Schlafzimmer weit geöffnet, idealerweise zusätzlich die Tür zum Flur, damit ein Durchzug entsteht. In dieser kurzen Zeit tauscht sich die feuchte, warme Innenluft gegen trockene, kühle Außenluft aus, ohne dass die Wände und Möbel stark auskühlen. Im Winter reichen oft schon fünf Minuten, im Sommer können es zehn bis fünfzehn Minuten sein. Ein gekipptes Fenster über Stunden bringt dagegen wenig: Der Luftaustausch ist gering, die Wand um das Fenster kühlt aus, und genau dort schlägt sich Kondenswasser nieder. Wer morgens ohnehin eine feste Reihenfolge hat, kann die Morgenroutine fürs Bett so umstellen, dass Lüften vor dem Bettenmachen steht. Das ist kein dogmatischer Ritus, sondern schlicht Physik: Solange die Bettwäsche noch warm und feucht ist, gibt sie Wasserdampf an die Raumluft ab. Erst wenn dieser Dampf nach draußen entweichen konnte, ist der Stoff trocken genug, um zusammengelegt zu werden.
Das Bettenmachen sollte deshalb erst nach dem Lüften erfolgen. Wer die Decke sofort glatt streicht, schließt die Feuchtigkeit zwischen Laken und Matratze ein. Besser ist es, die Bettdecke nach dem Aufstehen zunächst zurückzuschlagen und das Bett einige Minuten offen auskühlen zu lassen. In dieser Zeit kann die Restfeuchte aus der Matratzenoberfläche verdunsten. Anschließend wird gelüftet, danach das Bett gemacht. Bei niedrigen Außentemperaturen ist darauf zu achten, dass die Fenster nicht zu lange offen bleiben, damit die Raumtemperatur nicht unter 16 Grad Celsius fällt. Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen, und ausgekühlte Wände begünstigen später die Kondensation. Ein Hygrometer hilft, den Überblick zu behalten: Werte zwischen 40 und 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit sind im Schlafzimmer unproblematisch. Steigt die Anzeige morgens regelmäßig über 65 Prozent, ist entweder die Lüftungsdauer zu kurz oder die Bettwäsche zu dicht.
Auch die Wahl der Textilien spielt eine Rolle. Synthetische Bezüge speichern Feuchtigkeit anders als Baumwolle oder Leinen. Wer stark schwitzt, sollte auf atmungsaktive Materialien achten und die Bettwäsche spätestens alle zwei Wochen wechseln. Matratzen benötigen zusätzlich regelmäßige Pflege: Einmal im Monat sollte die Matratze gewendet und für einige Stunden an einer gut belüfteten Stelle aufgestellt werden. So bleibt das Schlafzimmer trocken, die Bettwäsche kühlt nicht klamm ab, und der Raum riecht morgens neutral statt modrig.